Liquidität & Planung
Geld auf dem Konto – aber wie viel davon ist wirklich frei?
CHF 24’000 auf dem Geschäftskonto sehen beruhigend aus. Doch nächste Woche sind Lieferanten fällig, später folgen Sozialversicherungen und eine Steuerrechnung. Wer nur den Bankbestand anschaut, kann sich mehr Spielraum ausrechnen, als tatsächlich vorhanden ist.
Warum Gewinn und verfügbare Liquidität auseinanderliegen
Gewinn beschreibt das wirtschaftliche Ergebnis. Liquidität beschreibt, welche Mittel du zum Zahlen hast. Bei einer Buchhaltung mit Forderungen kann eine gestellte Rechnung bereits als Ertrag erfasst sein, während der Kunde erst später bezahlt. Umgekehrt senkt eine Darlehensrückzahlung den Bankbestand, obwohl der zurückgezahlte Kapitalbetrag kein laufender Aufwand ist.
Deshalb brauchst du neben der Erfolgsrechnung eine zeitliche Sicht auf Ein- und Auszahlungen. Das KMU-Portal empfiehlt eine sorgfältige Budget-, Liquiditäts- und Investitionsplanung. Für einen kleinen Betrieb kannst du mit einer einfachen Wochenübersicht beginnen und sie regelmässig aktualisieren.
Rechenbeispiel: Von CHF 24’000 bleiben CHF 7’000 Spielraum
Das folgende Beispiel ist eine Planungshilfe, keine Empfehlung für eine allgemeine Steuerquote. Die Reservebeträge sind frei gewählte Annahmen. In deinem Betrieb hängen sie unter anderem von Rechtsform, Ergebnis, Abrechnungen und bereits geleisteten Zahlungen ab.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Aktueller Bankbestand | CHF 24’000 |
| Fällige Lieferantenrechnungen | − CHF 6’000 |
| Geplante Reserve für Steuern und Sozialversicherungen | − CHF 5’000 |
| Betriebsausgaben bis zu den nächsten sicheren Eingängen | − CHF 4’000 |
| Zusätzlicher Sicherheitspuffer | − CHF 2’000 |
| Verbleibender rechnerischer Spielraum | CHF 7’000 |
Baue eine rollierende Vorschau für die nächsten Wochen
Beginne mit dem heutigen verfügbaren Bankbestand. Notiere pro Woche erwartete Zahlungseingänge und fällige Auszahlungen. Der Endbestand einer Woche ist der Anfangsbestand der nächsten. Eine Vorschau von beispielsweise acht bis dreizehn Wochen macht anstehende Engpässe sichtbar, ohne dass du einen detaillierten Jahresplan erstellen musst.
Trage eine Kundenrechnung zum realistisch erwarteten Zahlungstermin ein. Ein unverbindliches Angebot gehört nicht in dieselbe Kategorie wie eine bestätigte, fällige Rechnung. Markiere unsichere Eingänge und rechne einen zweiten Verlauf, in dem eine grössere Zahlung zwei Wochen später kommt.
Beispiel: Ohne Kundenzahlung sinkt dein Bestand in Woche vier auf CHF 1’000, eine Woche später sind CHF 3’000 fällig. Der Engpass beträgt mindestens CHF 2’000. Jetzt kannst du rechtzeitig Zahlungszeitpunkte besprechen, eine Anschaffung verschieben oder eine Finanzierung klären. Eine weitere Rechnung zu schreiben löst den zeitlichen Engpass erst, wenn das Geld rechtzeitig eingeht.
Nutze Geldtöpfe für Verpflichtungen und Reserven
Gib Beträgen einen Zweck: laufender Betrieb, Rücklagen, anstehende Investition oder bereits zugesagte Auszahlungen. So erkennst du beim Blick auf den Gesamtbestand, welche Mittel schon eingeplant sind. Reserviere dabei konkrete Beträge aus deiner Planung und überprüfe sie bei neuen Abrechnungen.
Vermeide Doppelzählungen. Wenn du eine bekannte Steuerzahlung bereits als Auszahlung in deiner Vorschau erfasst, ziehst du dieselbe Reserve nicht nochmals vom dort berechneten Endbestand ab. Der Geldtopf zeigt die Zweckbindung; die Wochenplanung zeigt den Zahlungszeitpunkt.
In Balenco kannst du virtuelle Unterkonten und Pools verwenden, um deinen Bankbestand intern zu organisieren. Sie eröffnen keine zusätzlichen Bankkonten und überweisen kein Geld. Auch eine interne Zuordnung zu einer Person ersetzt keine Prüfung, ob eine Auszahlung vertraglich, buchhalterisch und finanziell passt.
Dein kurzer Liquiditätscheck vor einer grösseren Ausgabe
Aktualisiere die Vorschau, bevor du die Anschaffung freigibst. Prüfe diese Punkte anhand der tatsächlichen Fälligkeiten:
- Sind Bankbestand und erfasste Zahlungen aktuell?
- Welche Lieferanten, Löhne, Abgaben und Raten werden als Nächstes fällig?
- Welche erwarteten Eingänge sind sicher, welche nur wahrscheinlich?
- Bleibt der Bestand auch bei verspäteten Kundenzahlungen ausreichend?
- Sind Reserven und geplante Auszahlungen nur einmal berücksichtigt?
- Wer aktualisiert die Planung, wenn sich ein Zahlungstermin verschiebt?
Häufige Fragen
Wie viel sollte ich für Steuern reservieren?
Eine pauschale Quote passt nicht zu jedem Unternehmen. Lass deine erwartete Belastung anhand von Rechtsform, Ergebnis, Kanton und geleisteten Vorauszahlungen schätzen. Aktualisiere die Reserve, wenn neue Zahlen oder Abrechnungen vorliegen.
Erstellt Balenco automatisch diese Wochenprognose?
Balenco bietet Auswertungen und virtuelle Unterkonten für den Überblick über deine Finanzen. Die hier beschriebene Vorschau mit zukünftigen Zahlungsterminen führst du separat. Historische Cashflow-Auswertungen ersetzen diese Zukunftsplanung nicht.